Nord-Griechenland

Thessaloniki empfing uns in der 2. Septemberhälfte mit sommerlichem Wetter. Die Fahrt über die Stadt-Autobahn war gewöhnungsbedürftig: Durch die vielen Baustellen sind die Spuren oft sehr eng und dicht, und die vorgegebenen Tempolimits werden hier eher als „Empfehlung“ wahrgenommen. Versucht man sich daran zu orientieren, behindert man den Verkehr.

Gut und preiswert (60 Ct/Fahrt) kann man mit dem Bus in die Innenstadt fahren: Thessaloniki ist eine laute, chaotische, dicht bebaute Stadt mit viel Straßenverkehr.

Unsere Highlights und Empfehlungen für Thessaloniki und chalkidiki
  • Thessaloniki: Die Ufer-Promenade verläuft entlang einer lauten Straße vom Hafen bis zum Weißen Turm. Die altertümlichen Sehenswürdigkeiten (Galerius-Bogen, Rotunde, Römisches Forum und Kirchen) liegen meist versteckt und umbaut von nicht so sehenswerten Neubauten. Faszinierend fanden wir die Markthallen.
    • Die ruhigere Altstadt (Kástro-Viertel) befindet sich in der Oberstadt. An heißen Tagen empfiehlt es sich, den Weg mit dem Bus zurück zu legen. Dort angekommen, findet man die gut erhaltene alte Stadtmauer mit schönen Aussichtspunkten, von denen man die ganze Stadt überblicken kann, und das ruhige Vlatades-Kloster. Am Abend sind die vielen Kneipen und Restaurants ein beliebter Treffpunkt für Einheimische und Gäste.
    • Ladadika-Viertel: Ein historisches Kneipenviertel mit Flair. Erst abends füllen sich die Lokale, in manchen gibt es am Samstagabend Livemusik.
    • Lipaki Grillrestaurant: Nach ein paar Fehlversuchen fanden wir hier „unseren Griechen“, bei dem wir in angenehmer Atmosphäre gut essen konnten und freundlich bedient wurden – zu Fuß von unserer Ferienwohnung erreichbar. Der Restaurantchef spricht gut Deutsch. Das Restaurant ist jeden Abend voll besetzt mit Einheimischen, und auch die Lieferdienste holen immer wieder Bestellungen ab. Die Auswahl an Speisen ist überschaubar, aber sehr lecker.
  • Halbinsel Kassandra: Die westliche Halbinsel Kassandra ist die belebteste, mit vielen Stränden, Hotels, Restaurants und Reisebussen. Von Thessaloniki aus fährt man ca. 1,5 Stunden.
    • Kalandra: Atelier des Bildhauers Paraskevás Mágeiras: Wir waren die einzigen Gäste, und seine Frau öffnete für uns die große Galerie. Wenig später kam der Künstler und führte uns für einige Minuten durch die Ausstellung. Viele seiner Werke bestehen aus bearbeiteten Strand-Steinen.
    • Schildkröten-See Mavrobara: Ein kleiner Süßwasserteich, in dem einige Wasserschildkröten leben. Man kann ziemlich weit „offroad“ mit dem Auto heranfahren, die kleine bequeme Wanderung zum ruhigen Teich lohnt sich.
  • Halbinsel Sithonía: Sithonía ist ruhiger und mehr von der Natur geprägt. Hier gibt es wunderschöne Badebuchten und eine Blaue Lagune zwischen den vorgelagerten Inseln im Norden. Die Fahrtzeit von Thessaloniki betrug ca. 2 Stunden.
    • Vourvourou: An einem der vielen Bootsverleih-Stationen kann man (führerscheinfrei!) ein Motorboot für einen Tag mieten und die kleinen Inseln und türkisblauen Strände erkunden. Eine Landkarte der Inselgruppe mit ihren Highlights und zu umfahrenden Riffs wird zur Verfügung gestellt. Mit Hilfe von Google Maps konnten wir gut orten, wo wir uns gerade befanden. Wir mussten suchen, um eine weniger überfüllte Bucht zum Anlegen zu finden und waren froh, nicht in der Hochsaison dort zu sein.
    • Paradise-Beach: Wunderschöne Badebucht mit türkisblauem, klarem Wasser, leider recht klein und bei Badewetter eng belegt. Es gibt eine Beach-Bar mit cooler Musik.
  • Wanderung im Olymp-Nationalpark: Man muss nicht gleich den Olymp besteigen. Auch im Nationalpark gibt es verschiedene Wanderwege. Wir wanderten die Enipeas-Schlucht entlang. Der Weg zum Wasserfall war gesperrt, ein weiterer Wanderweg (ca. ¾ Stunde) führte zu einem Aussichtspunkt auf den Olymp. Leider wird der Gipfel oft von den Wolken verhüllt.
  • Pella Ausgrabungsstätte: Pella war ab dem frühen 4. Jahrhundert v. Chr. die Hauptstadt des makedonischen Reiches. Eine riesige Ausgrabungsstätte ist zu besichtigen. Es wurde eine gut organisierte Stadt freigelegt. Man sieht die Mauer-Grundrisse der antiken Häuser und gut erhaltene Boden-Mosaike.
  • Edessa Wasserfälle: Die weite Fahrt lohnte sich für den wirklich gewaltigen Wasserfall, der 70 m herab donnert. Man konnte auch hinter diesem entlang gehen, und eine kleine Tropfsteinhöhle zeigte mystische Formationen, die sich aus dem Kalkstein gebildet haben. Ein kleiner Park umgibt die Anlage.